Notwendigkeit einer Katzenversicherung

Mittlerweile gibt es eine Vielzahl verschiedener Tarife für eine Katzenversicherung. Grundsätzlich lassen sich aber die Leistungsumfänge Katzenoperationsschutz sowie Katzenkrankenversicherung (Vollschutz) unterscheiden. Im Katzenoperationsschutz werden somit nur die anfallenden Operationskosten, die aufgrund eines Unfalles oder einer Erkrankung anfallen, abgedeckt. Zudem wird je nach Katzenversicherung eine unterschiedliche Anzahl und Dauer von Nachbehandlungen mitversichert. Der Vollschutz umfasst darüber hinaus zusätzlich einen jährlichen Zuschuss zu den Impfkosten bzw. Wurmkuren. Dieser ist bei den meisten Versicherungsgesellschaften auf einen Maximalbetrag wie zum Beispiel 40,00 Euro p.a. begrenzt.

Zu beachten ist, welcher Gebührensatz für die Tierarztrechnung übernommen wird. Die großen Versicherungsgesellschaften bieten in Ihrer Katzenversicherung die Kostenübernahme bis zum zweifachen Gebührensatz an. Was bedeutet das eigentlich?
Die Tierärzte sind als Freiberufler in der Honorarberechnung für ihre Leistungen an die Gebührenordnung für Tierärzte (GOT) gebunden. Der Tierarzt hat hierbei die Möglichkeit je nach Aufwand der Behandlung anstelle des einfachen Gebührensatzes auch einen zweifachen oder (maximal) dreifachen Gebührensatz zu verlangen. Gerade bei aufwendigen nächtlichen Notoperationen wird der Tierarzt in aller Regel über den einfachen Satz hinausgehen.
Wenn also eine bestimmte Behandlung mit einem einfachen Satz 100,00 Euro kosten würde, kann der Tierarzt bei Verwendung des dreifachen Satzes einen Betrag von 300,00 Euro fordern. In diesem Fall würden die meisten Versicherungsunternehmen 200,00 Euro erstatten. Es gibt aber auch Anbieter, die zwar sehr günstige Monatsbeiträge anbieten, die aber im Schadensfalle nur den einfachen Satz erstatten würden. Im gewählten Beispiel würde das also bedeuten, dass die Versicherung nur 100,00 Euro dieser Behandlung übernehmen würde. Daher ist es ausgesprochen wichtig bei einem Vergleich verschiedener Angebote zu kontrollieren, welchen Gebührensatz das Versicherungsunternehmen gemäß dem Kleingedruckten der Katzenversicherung übernehmen würde! So lässt sich ein böses Erwachen im Behandlungsfall vermeiden.

Desto früher Katzen versichert werden, desto günstiger wird der Versicherungsbeitrag zur Katzenversicherung. Das ist insofern logisch, als dass ja bei jüngeren Katzen seltener Operationskosten anfallen, als bei älteren Vierbeinern. Somit kann der Versicherer natürlich damit rechnen, dass er die ersten 4 bis 5 Jahre im Idealfall von Leistungen verschont bleiben wird und daher die späteren Jahre subventioniert werden können. Die Schallgrenze in der Kostenberechnung stellt hier bei den meisten Versicherungsgesellschaften das Alter von 5 Jahren dar. Wird eine ältere Katze angemeldet, dann wird die Katzenversicherung merklich teurer. Eine andere Variante ist hier, dass der Beitrag zur Katzenversicherung unabhängig vom Eintrittsalter gleich bleibt, jedoch die Kostenerstattung von beispielsweise 100% auf 80% sinkt.

Wie bei jedem Versicherungsvertrag ist auch noch die Laufzeit elementar wichtig. Bei längeren Laufzeiten (bis 10 Jahre), sind die Preise im Regelfall wesentlich günstiger. Die Versicherungsgesellschaft muss nach dem VVG nach Ablauf von drei Jahren eine Kündigungsmöglichkeit zum Ende jeden darauf folgenden Versicherungsjahres einräumen.

Falls der schlimmste anzunehmende Fall eintreten und der vierbeinige Liebling versterben sollte, endet im Übrigen auch der Versicherungsvertrag. Dieser Fall bedeutet rechtlich, dass der Versicherungsgegenstand und damit auch der Versicherungsumfang “zerstört” wurde. In diesem Fall endet der Versicherungsvertrag automatisch mit Mitteilung an die Versicherungsgesellschaft, bzw. wird der Monatsbeitrag bei mehreren versicherten Tieren angepasst. Falls der Katzenhalter allerdings mit dem Abschluss Rabatte durch die Anmeldung mehrerer Tiere erzielt haben sollten, darf die Versicherungsgesellschaft in diesem Fall die Rabatte für den weiterlaufenden Vertrag aufheben, sofern nichts anderes geregelt ist.

Der Notwendigkeit einer Katzenversicherung wird eine finanzielle Betrachtung zu Grunde liegen. Natürlich will man die vierbeinigen Familienmitglieder ausreichend versichert wissen. Die Horrorsvorstellung für jeden Tierbesitzer dürfte die Situation sein, eine OP ablehnen zu müssen, da nicht genügend finanzielle Mittel zur Verfügung stehen. Das lässt sich durch den Abschluss einer Katzenversicherung natürlich vermeiden, wenngleich noch wie beschrieben die Höhe des zu übernehmenden Satzes nach GOT zu klären wäre. In den meisten Versicherungsverträgen ist allerdings eine Klausel enthalten, die bestimmte Mindestimpfungen vorschreibt, auch wenn keine Kostenübernahme für Impfungen vereinbart wurde.

Dennoch greifen die meisten Tierbesitzer nicht zur kostenintensiveren Vollschutzversicherung. Für eine Katze muss man jährlich mit Impfkosten von etwa 30 Euro und alle zwei Jahre mit etwa 60 Euro rechnen. Wurmkuren exklusive. Für viele Versicherungsnehmer erscheint folgende Lösung daher attraktiv: Die Kosten im Falle einer OP hätte man so oder so. Man schließt also eine Katzenversicherung zum einfachen Gebührensatz ab und erhält so bei aufwendigen Operationen je nach Abrechnung des Tierarztes mindestens einen Zuschuss in Höhe eines Drittels oder gegebenenfalls sogar die kompletten Operationskosten erstattet. Gleichzeitig hält man sich aber mit den monatlichen Kosten dennoch in Grenzen.

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