Regressansprüche der Krankenkasse in der Pferdehaftpflicht

Der Anruf der Reitbeteiligung kam am Sonntagmorgen. Der Wallach Mino sei beim Geländeritt gestolpert. Dummerweise sei sie vom Pferd gestürzt und habe sich das Handgelenk gebrochen. Im Krankenhaus muss das Gelenk operiert und mit Platten und Schrauben fixiert werden. Nach der Operation wird die Gestürzte Physiotherapie verordnet bekommen, und nach einem Jahr werden Platten und Schrauben wieder entfernt.
Und die Kosten?

Die Pferdebesitzerin leidet mit. Doch wegen der finanziellen Seite ist sie unbesorgt. Schließlich hat sie als verantwortungsvolle Pferdehalterin eine Tierhalterhaftpflichtversicherung abgeschlossen, weil sie weiß, dass sie für Schäden, die ihr Tier anrichtet, haften muss, auch wenn diese nicht durch ihr eigenes Verschulden entstanden sind. Und die Pferdehaftpflicht hatte ihr bestätigt, dass Reitbeteiligungen mitversichert seien. Zudem hatte die Besitzerin mit der Mitreiterin einen Haftungsausschluss vereinbart, wonach an sie – die Pferdehalterin – von der Mitreiterin über den Versicherungsschutz der Pferdehaftpflicht hinaus keine Ansprüche gestellt werden.

Krankenkasse stellt Regressansprüche

Die Operation der Hand verläuft gut, die Physiotherapie beginnt, da flattert der Pferdebesitzerin eine Rechnung ins Haus. Die Krankenkasse der Reitbeteiligung fordert, wie zunehmend mehr Sozialversicherungsträger, die Behandlungskosten von der Pferdehalterin zurück. Für diese kommt nun das böse Erwachen. Was ihr von der Pferdehaftpflichtversicherung nicht gesagt worden war: Zwar ist sie gegen Forderungen der Mitreiterin versichert, nicht jedoch gegen Regressansprüche der Sozialversicherungsträger. Wenn die Krankenkasse also die Kosten der Behandlung der Reitbeteiligung zurückverlangt, ist die Pferdehaftpflicht nicht verpflichtet, diese zu übernehmen.

Und der Haftungsausschluss? Der ist in dieser Form nicht wirksam. Die Reitbeteiligung kann zwar unterschreiben, dass sie persönlich keine Forderung über den Versicherungsschutz hinaus stellt, eine Verzichtserklärung im Namen Dritter, in diesem Fall der Krankenkasse, ist jedoch unwirksam.
Minos Besitzerin verdient sehr gut und ist in der Lage, die Kosten zu erstatten. Das wäre aber kaum möglich gewesen, wären die Verletzungen noch schlimmer oder das Unfallopfer gar zu einem Pflegefall geworden. Die Regressansprüche hätten die Pferdebesitzerin finanziell ruiniert.

Lösung: Die richtige Pferdehaftpflicht mit Reitbeteiligungen

Vielen Tierhaltern ist nicht bewusst, welches Risiko sie mit der Wahl der falschen Pferdehaftpflicht eingehen. Beim Abschluss einer neuen Versicherung sollte man also nicht nur auf die üblichen Risikoausschlüsse und die Deckungssummen schauen, sondern auch darauf, dass die Police eine Klausel beinhaltet, die klar macht, dass Regressansprüche von Sozialversicherungsträgern von Reitbeteiligungen ausdrücklich im Versicherungsschutz eingeschlossen sind.

This entry was posted in Tierversicherung. Bookmark the permalink.

Comments are closed.